Michael Albert - 12 Jahre Obmann - Ein Rückblick

Höhepunkte der letzten zwölf Jahre der Schiedsrichtergruppe Saarlouis unter Obmann Michael Albert

Modernisierung und Nachwuchsförderung unter Michael Albert
Michael Albert hat als Obmann der Schiedsrichtergruppe Saarlouis in den letzten rund zwölf Jahren zahlreiche Reformen und Initiativen umgesetzt. Sein Fokus lag auf der Stärkung des Schiedsrichternachwuchses, der Modernisierung von Ausbildungs- und Organisationsstrukturen sowie der Pflege der Kameradschaft innerhalb der Gruppe. Im Folgenden werden die wichtigsten Stationen dieser Ära zusammengefasst.

100-Jahr-Feier 2019: Tradition und Zusammenhalt gefeiert
Ein herausragendes Ereignis war die Jubiläumsfeier zum 100-jährigen Bestehen der Schiedsrichtergruppe Saarlouis im Juni 2019. Bei einem großen Festkommers in Schwalbach kamen über hundert Gäste – Schiedsrichter aller Generationen, Delegationen benachbarter Gruppen sowie Vertreter aus Politik und Verband – zusammen, um das ein Jahrhundert Schiedsrichterwesen in Saarlouis zu feiern.
Organisation & Programm:
Obmann Michael Albert eröffnete die Feier mit einem historischen Rückblick und präsentierte eine von Schiedsrichterkamerad Andreas Albert erstellte Festschrift mit historischen Fotos und Berichten der Schiedsrichtergruppe aus den letzten 100 Jahren.
Die Schirmherrin der Veranstaltung, Sozialministerin Monika Bachmann, lobte in ihrer Festrede das Engagement der Unparteiischen und ihre wichtige Rolle für Fairness im Sport. Kreisschiedsrichterobmann Gerhard Bednorz hielt die Laudatio, in der er die Erfolge und Vorbildfunktion der Gruppe hervorhob. Dabei betonte er, dass die Schiedsrichtergruppe Saarlouis heute mit rund 80 aktiven Referees hervorragend aufgestellt sei, alle Spiele von der Jugend bis zu den Aktiven besetzen könne und dank vieler junger Ehrenamtler sogar „durchaus Vorbildcharakter“ habe. Ehrungen: Im Rahmen der Feier wurden langjährige Schiedsrichter (z.B. Robert Mansion) für ihre Verdienste ausgezeichnet.
Für den musikalischen Rahmen und eine lockere Atmosphäre wurde ebenso gesorgt.
Resonanz:
Die Jubiläumsfeier stärkte den Zusammenhalt der Gruppe und erfüllte alle Beteiligten mit Stolz auf die gemeinsam aufgebaute Tradition. Der Abend wurde von den Saarlouiser Schiris als voller Erfolg und Ansporn für die Zukunft empfunden.

Coaching-System (ab 2009) – Förderung aus dem Jung-SR-Stammtisch
Um dem Nachwuchsmangel entgegenzuwirken, entwickelte die Gruppe Saarlouis frühzeitig ein beispielgebendes Coaching-System. Ausgangspunkt war ein Jungschiedsrichter-Stammtisch, der ab 2009 ins Leben gerufen wurde – ein regelmäßiger Treff junger Unparteiischer, aus dem Ideen für eine bessere Betreuung von Neulingen hervorgingen. Unter Michael Alberts Ägide reifte daraus ein umfassendes Konzept, bei dem erfahrene Schiedsrichter als Mentoren (Coaches) systematisch Spiele der jüngeren Kollegen beobachten und individuell nachbesprechen. Ziele & Umsetzung: Das Coaching-System soll von Anfang an die Qualität der Ausbildung verbessern und neue Schiris enger an die Gruppe binden. Jeder Neuling bekommt unmittelbar nach seiner Prüfung einen Coach zugeteilt, der ihn bereits bei den ersten Spielleitungen begleitet und im Anschluss gezielt Feedback gibt. Durch diese unmittelbare Rückmeldung können Regelkenntnis, Stellungsspiel und Umgang mit Spielern in realen Spielsituationen rasch verbessert werden. Eine selbst entwickelte Online-Coaching-Plattform von Andreas Albert dient der Nachverfolgung der Beobachtungen und erleichtert die Koordination der Einsätze.
Beteiligte:
Neben Michael Albert trug insbesondere Lehrwart Rainer Klein maßgeblich zur Entwicklung dieses Systems bei. Er und weitere Routiniers der Gruppe stellten ihr Fachwissen als Coaches zur Verfügung. Gleichzeitig wurden auch leistungsstarke junge Schiedsrichter – etwa Luca Schilirò (Lehrwart seit 2017) und Jan Dennemärker (Öffentlichkeitsarbeit) – in die Ausbildung eingebunden.
Wirkung:
Das Coaching-System in Saarlouis gilt als Pilotprojekt im Saarland.
Die Praxisbegleitung hat die Abbruchquote bei Neulingen deutlich reduziert und Talente früh gefördert – mehrere Schiris der Gruppe stiegen in den letzten Jahren in hohe Ligen auf. Zudem entstanden durch das Coach-Mentee-Verhältnis generationenübergreifende Bindungen innerhalb der Gruppe, was die Kameradschaft weiter stärkte.

Patenkonzepte – Mentoren begleiten Neue Schiedsrichter/-innen bei den ersten Spieleinsätzen
Einen zentralen Bestandteil des Coaching-Systems bilden die Patenkonzepte: Erfahrene Schiedsrichter übernehmen Patenschaften für frisch ausgebildete Kollegen. Sie begleiten diese aktiv bei den ersten Spielen, stehen beratend zur Seite und geben in der Halbzeit oder nach Abpfiff Feedback.
Entstehung:
Dieses strukturierte Patenwesen wurde in Saarlouis ab Mitte der 2010er-Jahre eingeführt, um den neu ausgebildeten Schiris den Einstieg zu erleichtern und ihnen frühzeitig Sicherheit zu geben.
Funktionsweise:
Der Pate bereitet den Neuling vor dem Spiel auf seine Aufgaben vor, beobachtet das Spiel am Spielfeldrand und spricht anschließend in Ruhe über Regeln, Entscheidungen und mögliche Verbesserungen. So werden Fehler direkt aufgearbeitet und das Selbstvertrauen der Jung-Schiedsrichter gestärkt.
Beteiligte:
Viele gestandene Referees der Gruppe engagieren sich bis heute als Paten. Auch aktive Spitzenschiedsrichter der Gruppe übernehmen Patenschaften, wenn es ihr eigener Spielplan zulässt.
Einfluss:
Die Patenkonzepte haben wesentlich dazu beigetragen, dass in der Gruppe Saarlouis mehr Neulinge im Schiri-Amt bleiben und sich rasch weiterentwickeln. Die individuelle Betreuung “auf Augenhöhe” in den Anfangsjahren fördert die jungen Schiedsrichter nicht nur fachlich, sondern auch in ihren sozialen Kompetenzen, was ihrer Autorität auf dem Platz zugutekommt. Diese Erfolge in der Nachwuchsarbeit haben das Ansehen der Gruppe intern gestärkt und sorgen für einen stetigen Zustrom an neuen Anwärtern.

Offen für Neues: Live-Coaching per Funk
Ein Markenzeichen der Albert-Ära ist die Offenheit für technische Innovationen. So war die Schiedsrichtergruppe Saarlouis eine der ersten im Saarland, die Live-Coaching per Funk einsetzte.
Einführung:
Zur Saison 2023/24 wurden mit Unterstützung des Fördervereins mobile Funk-Headsets angeschafft, damit Coaches direkt während des Spiels mit dem Schiedsrichter kommunizieren können. Zunächst testete man das System in Freundschaftsspielen und im Jugendbereich, danach kam es auch in regulären Partien unterer Klassen zum Einsatz.
Nutzung:
Über ein kleines Headset kann der Pate dem Unparteiischen auf dem Feld diskret Hinweise geben, z.B. zur Positionierung oder Spielleitung – ähnlich wie es im Profibereich bei Schiedsrichter-Beobachtungen praktiziert wird. Die Entscheidungsmacht bleibt natürlich beim Schiri; der Funk ist nur für kurze Tipps in Schlüsselszenen gedacht.
Aufnahme in der Gruppe:
Nach anfänglicher Zurückhaltung wurde der Nutzen des Funk-Coachings nur zurückhaltend erkannt.

Förderverein FSV Saarlouis e.V.: Stütze der Schiri-Arbeit
Ein entscheidender Schritt zur nachhaltigen Unterstützung der Gruppentätigkeit war die Gründung des Fördervereins FSV Saarlouis e.V. im Jahr 2018.
In jenem Jahr wurde der Fußball-Schiedsrichterverein Saarlouis ins Leben gerufen (eingetragener Verein, gemeinnützig), um der Schiedsrichtergruppe eine eigene rechtliche und finanzielle Handlungsbasis zu geben.
Zuvor war die Gruppe lediglich Teil des SFV und konnte keine eigenen Gelder verwalten.
Gründungsversammlung & Struktur:
Das erste Treffen des Fördervereins fand in Hülzweiler statt und stieß auf rege Beteiligung. Zu den Initiatoren und Gründungsmitgliedern zählten neben Michael Albert auch der damalige Kreisschiedsrichterobmann Gerhard Bednorz, Schiri-Urgestein Gerd Hey sowie mehrere junge Schiedsrichter aus der Gruppe. Zum ersten Vorsitzenden wurde mit Yannick Huber bewusst ein Vertreter der jüngeren Generation gewählt (damals Mitte 20), unterstützt von erfahrenen Kräften wie Gerd Hey (als 2. Vorsitzender) und Andreas Albert (Webmaster, Beisitzer und heutiger 1. Vorsitzender).
Ziele und Projekte:
Laut Satzung hat der FSV Saarlouis den Zweck, das Schiedsrichterwesen im Kreis zu fördern. Konkret unterstützt der Verein die Aus- und Weiterbildung der Unparteiischen (z.B. Finanzierung von Lehrmaterial und Lehrgängen), die Betreuung von neuen Schiedsrichtern vor Ort (u.a. Ausstattung der Paten mit Fahrtkostenzuschüssen und Materialien) sowie die Pflege der Kameradschaft. So finanzierte der FSV beispielsweise die Anschaffung der Funktechnik für das Live-Coaching und entwickelte gemeinsam mit der Gruppe die Online-Coachingplattform. Er übernimmt Kosten für einheitliche Kleidung (z.B. Präsentationsanzüge, T-Shirts mit Logo), Schiedsrichter-Zubehör und das Abonnement der Schiedsrichter-Zeitung. Zudem organisiert oder bezuschusst der Förderverein Veranstaltungen wie Grillabende nach Leistungsprüfungen und andere Gruppenfeste. Wirkung: Durch den Förderverein verfügt die SR-Gruppe Saarlouis nun über finanzielle Mittel und organisatorische Freiheit, um eigene Projekte schnell umzusetzen. Veranstaltungen können steuerlich begünstigt abgehalten werden, da der gemeinnützige Verein als Veranstalter auftritt – erwirtschaftete Überschüsse kommen vollständig der Schiedsrichterförderung zugute. Insgesamt hat sich der FSV Saarlouis e.V. als unverzichtbares Rückgrat der Gruppe etabliert und ermöglicht die erfolgreiche Fortführung von Alberts Initiativen auf stabilem finanziellem Fundament.

Fusion 2017: Zusammen ist man stärker
Ein weiterer wichtiger Wendepunkt in der Ära Albert war die Fusion der Schiedsrichtergruppen Wadgassen und Saarlouis im Jahr 2017. Angesichts des allgemeinen Rückgangs an aktiven Schiedsrichtern im Kreis Westsaar beschloss der Kreisschiedsrichterausschuss, die Kräfte beider benachbarten Gruppen zu bündeln. So wurden 2017 die bis dahin eigenständige SR-Gruppe Wadgassen in die Gruppe Saarlouis integriert, die fortan von Michael Albert geleitet wurde.
Beteiligte Personen:
Der langjährige Obmann von Wadgassen, Werner Maaß (über 20 Jahre im Amt), unterstützte den Zusammenschluss tatkräftig und wurde für seine Verdienste gebührend gewürdigt. Gerhard Bednorz als zuständiger Kreisschiedsrichterobmann begleitete die Zusammenlegung auf Verbandsebene.
Auswirkungen:
Durch die Fusion wuchs die „neue“ SR-Gruppe Saarlouis auf etwa 80 aktive Schiedsrichter an. Dies stellte sicher, dass auch in Zeiten des Schiedsrichtermangels alle Spiele im Kreis weiterhin mit Unparteiischen besetzt werden konnten. Zudem brachte die Zusammenführung engagierte Mitglieder beider Gruppen näher zusammen. Die zuvor kleineren Einheiten profitierten von einer größeren Gemeinschaft: Wissen und Erfahrungen wurden gebündelt, und die interne Organisation – etwa bei Lehrabenden und Ansetzungen – konnte effizienter gestaltet werden. Insgesamt hat die Fusion die Basis der Schiedsrichtergruppe Saarlouis verbreitert und ihre Zukunftsfähigkeit gestärkt, was ebenfalls zur positiven Bilanz der Ära Albert zählt

Michael Albert - 12 Jahre Obmann
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